Geliebte Kira-Abschiednehmen von einem Berner - einem Seelenverwandten

Als Kind wünschte ich mir schon nichts sehnlicher, als einen Berner Sennen Hund. Er verkörperte für mich Geborgenheit, Schönheit, Beschützerinstikt und vor allem grenzenlose Hingabe zu seinem Besitzer. Meine Eltern waren strikt gegen jede Art von Tieren und so musste diese Sehnsucht viele Jahre warten.....Meine Liebe zu Tieren sorgte dafür, dass ich diese Leidenschaft zum Beruf machte. Aber erst viele Jahre später zog ein Berner bei uns ein.
"Kira"- du tratst in mein 42-jähriges Leben, als ich mich in einem tiefen Tal der Tränen befand, nachdem unser Wunschkind Lukas zum normalen Geburtstermin tot zur Welt kam. Du holtest mich wieder ins Leben zurück, als ich mich aufgeben wollte und ließest mich Liebe, Verantwortung und Zuversicht für kommende Tage spüren. Mit gerade 3 Wochen hielt ich dich das 1.Mal beim Hobbyzüchter im Arm und du küsstest mich, als wolltest du sagen: „Bitte nimm mich!". Und damit war das Eis gebrochen und die Liebe entfacht, die ein ganzes Leben bestehen sollte und darüber hinaus.
                        
9,5 Jahre lebtest du mit uns in der Familie, mit unseren Kindern, also in unserem "Rudel" mit Mischling Kimberly und deinem späteren Weggefährten Merlin, ebenfalls Berner, und vielen anderen Tieren auf unserem Bauernhof. Du hattest eine innige Bindung zu mir und konntest es kaum erwarten, wenn ich z.B. vom Einkauf nach Hause kam und das Haus betrat. Du machtest Freudensprünge, quietschtest in den lustigsten Tönen und deine Rute hörte gar nicht mehr auf zu wedeln. Du wedeltest eigentlich immer, sogar beim Trinken :-)) Alles war dir eine Freude, was du mit uns erleben durftest. Doch am liebsten schmiegtest du dich in meine Arme zum Schmusen oder stupstest Herrchen an mit der Bitte um ein Leckerli. Für mich warst du meine "Mausi" und für Herrchen das "Schneckchen".
                        
Du schenktest uns auch wunderbare Welpen und ich verbrachte jede Minute während der Geburt an deiner Seite. Sogar in diesen Momenten schmiegtest du dich in meine Arme, damit ich dir den Wehen Schmerz weg streichle. Was für ein Vertrauen...Danach folgten 8 aufregende Wochen, die unser Leben bereicherten und ebenso ausgeglichene anlehnungsbedürftige Hundekinder in nur die besten neuen Hände gaben. Du warst eine einzigartig fürsorgliche Mutter und Hunde Papa Merlin ein Spiel-und Tobe Partner für seine Kinder sprich Rasselbande. Gemeinsam waren wir das beste Team. Ein Traumteam! Wir haben damals viele Stunden gefilmt und unzählige Fotos werden uns immer an diese berührenden Erlebnisse erinnern.
            
            
Als du 8 Jahre wurdest, lasen wir wieder einmal im Internet, ach Mensch, die Berner sollen ja nur 7-8 Jahre im Durchschnitt werden... :-((.Zum erstem Mal in deinem Leben hattest du die ersten Wehwehchen und etwas Schwierigkeiten hinten beim Aufstehen. Dabei hatten wir doch so besonders darauf geachtet, dass du keine Vorfahren mit ED oder HD hast. Und wir fuhren in die Tierklinik. Diagnose: leichte Spondylose. Wir hatten schon immer großen Wert auf ein hochwertiges Hundefutter gelegt, aber fortan bekamst du "Wolfsblut" und wir gaben dir viele natürliche Zusätze wie Grünlippmuschel, Teufelskralle, Weihrauch und besondere Kräuter. Seefischöl bereicherte zusätzlich deine ausgewogene schadstofffreie altersbedingte Ernährung.
                        
Aber nun kamen die ersten Gedanken auf-ist mein Hund alt-??? Muss ich mich damit nun verstärkt auseinandersetzen, dass deine Zeit in Kürze gekommen ist? Man verdrängt es immer wieder und will diese Möglichkeit ausblenden. "Kira, nicht wahr, du wirst doch 12 Jahre alt, oder?" Hatten wir doch schon einmal einen 12-jährigen Berner erlebt, der locker noch Treppen stieg und dein Papa war doch auch schon 10 Jahre, als er dich zeugte.... ;-)). Das wäre dann ein Zeitpunkt, wo ich dich gehen lassen könnte. Hunde, die an Altersschwäche einen natürlichen Tod sterben und man den Ablauf ihrer Zeit akzeptieren kann. Aber Berner Sennen, die an schweren Krankheiten sterben, oftmals viel zu früh mit 3 oder 4 Jahren, weil das so in ihrer Genetik steckt, das will man einfach nicht wahrhaben. Dein Sohn "Balou"(der wunderschöne Traumhund mit den hellblauen Augen und mein absoluter Liebling im Wurf) starb schon mit 3,5 Jahren an Lymphdrüsenkrebs und hinterließ eine schmerzhaft trauernde Halterin Katrin, zu der wir noch heute guten Kontakt halten. Sie musste viel zu früh diesen herzzerreißenden Prozess des Abschiednehmens durchlaufen. Und da wir Balou auch die letzten Tage mit begleiten durften, weil wir pausenlos in E-Mail-Kontakt standen ,letzte Bilder bekamen, war es uns schon bewusst, was da auf uns zukommen könnte. Katrin traf es aus heiterem Himmel, auch Balou war bis auf die letzten 5 Tage fit wie ein Turnschuh. Und wer kann schon bei einem 3-jährigen Hund darauf gefasst sein, dass es ihn wenig später nicht mehr geben wird???? Dies war auch für uns das 1.böse Erlebnis dieser Art und ein tiefer Einschnitt in das Leben von uns Hundeliebhabern, was unser Herz zusammen presste und die Tränen lange laufen ließ. Ein Moment, wo einen die Endlichkeit einholt und absolut bewusst wird. Und es in die Gewissheit ruft, dass auch Kira in nicht allzu langer Zeit über die Regenbrücke gehen könnte. Mit 8 Jahren stellte man eine leichte Spondylose in der Tierklinik bei Kira fest.
                        
Zum Glück waren es im letzten Jahr nach der Feststellung nur 3 kurze Spondylose-Schübe bei ihr, wo sie nach nur wenigen Schmerztabletten Rimadyl später Carprofen wieder völlig flüssig aufstehen und laufen konnte. Sie fraß und trank wie eh und je, sie tobte, bellte Radfahrer am Zaun an, beschützte uns vor einer angriffslustigen Dogge, sie spielte noch Fußball 1 Woche vor ihrem Tod mit ihrem Herrchen und schmuste bis zum Abwinken. Nun war Kira also 9,5 Jahre....Ihre roten Farbtupfer über den Augenbrauen wurden langsam grau. Und ihr Appetit(vermutlich mit anderen Geruchswahrnehmungen in Verbindung) veränderte sich. Plötzlich rührte sie das Wolfsblutfutter auch nicht mehr feucht oder mit tollem Nass Futter vermischt an und schoss sich auf Rinderhack ein. Und fraß dies aber mit großem Appetit. Mitunter fraß sie dann auch gelegentlich mal morgens nichts, dafür aber am Nachmittag. Sie suchte nun immer öfter meine Nähe, wollte gar nicht mehr nach draußen, gemeinsam mit ihrem Merlin das Grundstück bewachen, im Gras liegen oder durchs Gebüsch stromern.
                        
Eine Woche vor ihrem Tod bekam sie aus heiterem Himmel so etwas wie einen epileptischen Anfall ohne ein Vorzeichen. Sie wollte aus dem Liegen hochspringen und kippte plötzlich auf die Seite, ruderte mit den Beinen und hatte einen ganz starren Blick der Abwesenheit. Nach wenigen Sekunden normalisierte sich der Kreislauf wieder und sie stand auf und ging nach draußen zum Pullern. Klappte alles wunderbar. Beim Hineinkommen lief sie aber mit dem Kopf rechtsseitig gegen den Türrahmen und darauf stellten wir fest, dass sie auf dem rechten Auge nichts mehr sehen konnte(obwohl das Auge innerlich absolut normal aussah).
            
Erst einmal lief alles weiter wie gewohnt, fressen, trinken, Gassi gehen, schmusen. Und wir sollten sie behandeln wie bei einem akuten Spondylose-Schub. Also Schmerztabletten,2 Tage doppelte Dosis, dann Normaldosis bis zum Verschwinden der Symptome. In den folgenden Tagen häuften sich dann die Anfälle und sie hechelte nun fast nur noch ohne Pause. Das 1.Mal entleerte sich dann ihre Blase unkontrolliert während eines Anfalles. Nun legten wir das ganze Haus mit Decken und Handtüchern aus. Dann wurden ihre Bewegungsabläufe beim Laufen langsamer, sie begann sich im Kreis zu drehen und schwankte im Stehen. Ein gepolstertes Brustgeschirr mit oberem Griff half uns dann, sie zu halten und zu führen, damit sie nicht irgendwo gegen fällt. Noch fraß Kira bestens und entwickelte eine Vorliebe für Leckerlis, die es sonst nur rationiert gab. Sie sollte nun noch mal alles genießen dürfen, wo nach ihr der Sinn stand :-)).
            
Dann folgte eine Nacht, wo die Schmerztabletten überhaupt nicht mehr halfen, wir waren von da an 24 h in Dauerbereitschaft. Inzwischen tippte der TA auf Vestibular-Syndrom, was einem Schlaganfall beim Menschen gleich zu setzen ist, aber mit weitaus besseren Heilungschancen beim Hund. Wir schöpften wieder Hoffnung, trugen Kira sofort ins Auto und fuhren in die weit entfernte Tierklinik. Auch Merlin begleitete uns auf der Rückbank, es wäre undenkbar gewesen, ihn alleine zu Hause zurück zu lassen ohne seine geliebte Kira. Nach mehr als 1 Stunde Fahrzeit kamen wir in der Tierklinik an und Kira wurde auf einem Rollwagen/Tisch von den Schwestern und uns gehoben. Sie konnte nicht mehr laufen oder stehen. Autofahren war für sie schon immer psychisch grenzwertig, deshalb war dies nur das letzte Mittel der Wahl.
            
Dein Sohn Balou
 
Die Fahrt hatte sie sehr mitgenommen, sie rollte schon mit den Augen. Trotz der Schwere der Erkrankung mussten wir uns mit Wartezimmer gedulden und abwarten, bis alle tierischen Patienten vor uns behandelt waren, auch wenn diese nur zum Nägel Schneiden oder zur Impfung dort waren. Kira hechelte und hechelte, die ganze Liegefläche war schon nass. Sie versuchte immer wieder, sich aufzurichten, die vielen fremden Menschen und Tiere um sie herum, die vielen Stimmen und unbekannten Geräusche, die vorbeifahrenden Autos in einer Großstadt, die wir aus dem Fenster sahen, das war alles zu viel für sie. Ich hielt sie im Arm sprach mit ihr in leisen Worten: "Nun wird alles gut Mausi, hier wird dir geholfen, entspann dich, ich lasse dich nicht alleine....".
            
Deine Tochter Abby
 
Ist dies der Moment, um sich im Klaren zu sein, dass es vielleicht die letzten gemeinsamen Minuten sein könnten? Nein, man kann und man will sich das nicht vorstellen! Tage zuvor hatte ich schon weinend vor meinem Mann gestanden und wir hielten uns in den Armen: "Ich will Kira nicht verlieren!" Und meinem Mann, der sonst nie weint, liefen nun auch die Tränen. Es ist so unvorstellbar, dass es mit einem "Knall" vorbei sein soll. Endgültig und unumkehrbar... Nach gefühlten unendlichen Minuten waren nun wir endlich an der Reihe und die TÄ bat uns zum Röntgen in den Fahrstuhl in die 1.Etage.Gemeinsam schoben wir Kira hinein, ich immer an ihrem Kopf, damit sie mich pausenlos sehen konnte. Durch meinen Kopf ging nur noch: "Ist dies jetzt der Fahrstuhl in die Hölle? Bin ich jetzt aktiv dabei, meinem Hund das Ende zu bringen?" Ganz schlechte Gedanken, aber noch ein kleines Fünkchen Hoffnung....
                        
Dann wurde Kira in den Röntgenraum geschoben und ich musste draußen warten. Noch konnte ich mich zusammen reißen und die Tränen zurück halten. Muss man in so einem Moment, auch wenn man selbst psychisch zusammen bricht, nicht stark sein für sein geliebtes Tier ,damit dies nicht zusätzlich Stress erleidet? Kira hatte ihr Leben lang so ein besonderes Feingefühl für Stimmungen, war immer gleich zur Stelle, wenn es mir nicht gut ging, um mich zu trösten. Also war dies nun auch meine Aufgabe in ihrer Not! Somit musste ich jetzt auch stark sein für sie! Nach wieder einer gefühlten Ewigkeit wurde Kira dann aus dem Röntgenzimmer geschoben. Die TÄ sagte noch." Sie war wirklich ganz, ganz lieb bei der Untersuchung!" Ich dachte nur noch, jetzt hat sich Kira endgültig selbst aufgegeben....Wieder einige Wartezeit im Vorraum. Ich lege ihr meine Hände auf die Brust und die Seite zur Beruhigung. Will sie spüren und ihr ganz nah sein. Im Radio spielen sie das neue Lied von Adel Tawil (im Moment mein Lieblingslied):" Komm, wir bringen die Welt zum Leuchten-zu Hause ist da, wo deine Freunde sind-hier ist die Liebe umsonst---Ich weiß genau, dass alles BESSER werden kann...!" Wird es besser???? Ich will glauben und ich will hoffen.... Wie in wenigen Sekunden ein fröhliches Lied plötzlich eine ganz andere Bedeutung bekommen kann!
            
Denn nun werden wir ins Sprechzimmer gerufen. Ich sehe nur noch das Röntgenbild auf dem Monitor und von da an läuft alles wie im Film für mich ab. Bevor die TÄ alles ausführlich erläutern kann, habe ich realisiert, Kira hat einen hühnereigroßen Tumor in der Lunge. Ich weiß, dass diese Art von Krebs zu den aggressivsten Krebsarten zählt und schon früh Metastasen streut. Bevorzugt ins Gehirn und in den Kopfbereich. Nun ist auch ihr schwankender Gang, das Laufen im Kreis, der Verlust des Gleichgewichtssinnes und der Sehverlust rechts schlüssig. Tumore drücken auf den Sehnerv oder breiten sich im Innenohr aus, wo das Gleichgewichtsorgan sitzt. Das ist das TODESURTEIL für Kira! Dabei ist alles andere völlig befundfrei, alle anderen Organe o.k., Blutbild super. Selbst mit den 3 recht kleinen Veränderungen an der Wirbelsäule hätte sie uralt werden können. Nun bricht endgültig alles über mich herein, der Tag "X" ist da. Und nun musst du aktiv deine Zustimmung geben, dass man deinen Hund erlöst. Du sollst es als ethische Verantwortung sehen, als deine Pflicht diesen letzten Gang für dein Tier zu gehen ,um ihm weitere Schmerzen zu ersparen. Aber du sollst auch "Gott" spielen und über Leben und Tod entscheiden!!!Es liegt nun in deiner Hand....Wann ist der richtige Moment zum Abschiednehmen? Von jetzt auf gleich? Am liebsten würdest du die Welt anhalten oder die Zeit zurück drehen. Mit deinem Wort ist nichts mehr rückgängig zu machen und Kira ist unwiderruflich raus aus dem Leben im Hier und Jetzt. Man ist innerlich so zerrissen und nun laufen die Tränen auch pausenlos.... Die TÄ holt nun 2 große Spritzen gefüllt mit einem starken Narkosemittel. Meine Kira -ich möchte dich nur noch halten.....Ich beuge mich zu ihr, nehme ihren Kopf in die Hände und küsse sie auf die Stirn. Und ich danke ihr für wunderschöne Jahre, wo sie mein Leben erhellt hat, ich danke für ihre Liebe und Treue. Die TÄ verabreicht die 1.Spritze.... Ich halte weiter Kiras Kopf und sage: "Nun wird alles gut, du gehst gleich über die Regenbogenbrücke und wirst es dort gut haben ohne Schmerzen. Eines Tages sehen wir uns wieder und du wirst mich wedelnd und mit deinem so typischen Lächeln empfangen...." Noch sehe ich, wie sie atmet und spüre ihren Herzschlag. Dann gibt die TÄ die 2.alles entscheidende Spritze-von hieran führt kein Weg mehr zurück. Ich möchte schreien, mit ihr weglaufen, mich in Luft auflösen, wegbeamen oder sonst was.... Ich halte Kira weiter bis zum letzten Atemzug, Nun hat Kira es geschafft.
Aber für uns beginnt nun erst die Zeit, wo man wirklich realisiert, was da eigentlich in nur 1 Woche passiert ist. Auf dem Parkplatz vor der Klinik wartet mein Mann mit Merlin im Auto und ist völlig verdutzt, dass ich ohne Kira vor ihm stehe. "Kira ist tot ,sie hatte einen Lungentumor und musste eingeschläfert werden." Bis zu dem Moment war er noch guter Hoffnung und vermutete, es dauert deshalb so lange, weil man Kira behandelt, einen Tropf legt o.ä.(Vestibular-Syndrom).Er hätte sich in dem Moment der Gewissheit vor der Spritze gerne noch ein letztes Mal von ihr verabschiedet(obwohl er es in den Tagen zuvor eigentlich schon mehrfach hatte).Denn Männer sind in solchen Situationen einfach objektiver. Nur Menschen brauchen eben Rituale. Ihn hat es einfach nur überrumpelt, er konnte Merlin nicht alleine lassen im Auto und ich wollte Kira nicht in der Klinik bei ihr fremden Personen alleine lassen, um meinem Mann draußen Bescheid zu geben. Mein letzter Wunsch an das Klinikpersonal war, dass sie Kira nicht durch das Wartezimmer schieben voller Tierhalter, sondern pietätvoll durch den Nebeneingang. Was sie auch taten und sie zu uns auf den Parkplatz brachten. Wir luden sie gemeinsam in den Kofferraum und legten sie auf ihre Kuscheldecke. Es war schon dunkel, als wir wieder zu Hause ankamen. Also verlegte mein Mann die Beisetzung auf den frühen Morgen des folgenden Tages. Als wir ausstiegen, musste ich Kira noch einmal sehen und sie streicheln. Dann gingen wir ins Haus. Es wurde eine unruhige Nacht und Merlin vermutete hinter jeder Tür, die wir im Haus öffneten, dass Kira doch dahinter sein musste. Ganz früh am Morgen hob mein Mann dann das Grab aus auf unserem Grundstück. Auf der Wiese zwischen 2 großen Bäumen und von unseren Fenstern aus zu sehen. Kira wurde in einem Bettlaken würdevoll langsam hinab gelassen und zugedeckt. Ein wunderschöner Blumenstrauß aus unserem Garten war mein letztes Geschenk an sie, der mit ins Grab kam. Und nochmal bedankten wir uns unter Tränen für die wunderschöne Zeit mit ihr. Heute ziert eine kleine Abschiedsfigur mit einem Hund ihr Grab. Im Frühjahr werde ich diese Stelle mit einem Traum von Blumen bepflanzen und alles schön dekorieren. Wir haben in unserem Leben schon viele Tiere begraben müssen vom Chinchilla bis zur Katze und auch vom eigenen Kind Abschiednehmen müssen, aber der Abschied von Kira war das Ergreifendste überhaupt und zeigt, welche emotionalen Bindungen zwischen Mensch und Hund möglich sind. Es hat uns aber auch gezeigt, wie wertvoll die Lebenszeit ist, die man hat mit einem geliebten Partner, sei es Mensch oder Tier und man diese so ausgefüllt wie nur möglich verbringen sollte, um bewusst danach und in Frieden mit allem abschließen zu können.

Kirsten mit Kira im Herzen
Worte des Trostes
Liebe Kirsten, lass dich von mir unbekannterweise in den Arm nehmen, dich einen kurzen Moment halten und dir ein bisschen Kraft geben. Du hast alles richtig getan. Es war dein letzter Liebesbeweis für deine Kira. Sie ist jetzt oben im Land der Hunde und es geht ihr wieder gut. Sie kann wieder laufen, hat keine Schmerzen und eines Tages, wenn deine Zeit gekommen sein wird, dann steht sie dort am Eingang und wird auf dich warten und dich freudig in Empfang nehmen. Bis diese Zeit gekommen sein wird, werdet ihr beide immer in Liebe und Freude an euch denken: an eure schöne gemeinsame Zeit, an die fröhlichen Stunden und die Liebe, die euch verband.
Sei nicht so traurig, liebe Kirsten, denn sie konnte mit diesem Körper im Hier und Jetzt nicht mehr leben. Und du hast es ihr ermöglicht, sich nicht bis zuletzt in den Tod sich quälen zu müssen. jetzt ist sie wieder frei, ohne diesen kranken Körper und genießt jetzt das unendliche Leben.
Ich weiß, dass du sie schmerzlichst vermisst, dass es dein Herz zerreißt im Moment, aber alles braucht seine Zeit, auch der Abschied und das Loslassen. Und eines Tages wirst du an sie nur noch mit Freude im Herzen denken. Und glaub mir, der Abschied ist nicht für immer. Eines Tages wirst du deine geliebte Kira wiedersehen und sie wird dir stolz das Reich der Hund und Wölfe zeigen. Und auch all die Tiere, die dir vorangegangen sind, werden hinter ihr stehen und dich empfangen und sich freuen und du wirst vor Glück und Liebe strahlen, wenn du sie alle siehst.
Auch deinem Mann wird das zuteil. Und Kira weiß, wie sehr er sie geliebt hat und dass er immer gut zu ihr war. Er braucht sich deshalb nicht grämen. Auch er hat sein Bestes gegeben und das weiß sie.
Mehr als Worte, die dich trösten sollen, kann ich dir nicht schicken und meine anteilnehmenden Gedanken. Mir selber geht es zu Herzen und es drückt mich im Hals und eine Träne läuft aus meinem linken Auge, wenn ich diese Zeilen dir schreibe. Und ich hoffe, dass sie dir wenigstens einen kurzen Moment Trost und Mut geben werden.
Ach Kirsten, es braucht seine Zeit, bis aus der Trauer in deinem Herzen, Freude geworden ist, dass du diesen Hund eine Zeitlang deines Lebens an deiner Seite haben durftest.
Ich umarme dich und grüße euch beide ganz herzlich
Petra

Das muss Liebe sein

Kira schaut sich
die Welpen-CD an